Einspruchsfrist bis 18. Mai 2021
Kartierung der Gewässerrandstreifen im Landkreis Erding abgeschlossen

Bach mit Böschung zwischen Feldern

Seit August 2019 müssen in Bayern Gewässerrandstreifen eingehalten werden. Jetzt ist die Kartierung der Gewässer im Pilotlandkreis Erding abgeschlossen. Es wurden hier insgesamt Gewässer in einer Länge von ca. 1700 Kilometern vom Wasserwirtschaftsamt München vor Ort überprüft.

Das Ergebnis zeigt, dass an 70 % ein Gewässerrandstreifen nach dem Volksbegehren notwendig ist. Im Gegenzug müssen an ca. 500 Kilometern keine Gewässerrandstreifen eingehalten werden. "Das betrifft vor allem die umfangreichen künstlichen Grabensysteme im westlichen Landkreis, in den Moorgebieten im Bereich des Flughafens", erläutert Christian Leeb, Leiter des Wasserwirtschaftsamts München.

Die Bewirtschafter ufernaher Grundstücke erhalten mit der Veröffentlichung der Karten Klarheit und Planungssicherheit. An den dargestellten Gewässern muss ein Gewässerrandstreifen in einer Breite von mindestens 5 Metern von der Uferlinie eingehalten werden. An großen Gewässern, wie der Sempt, sind es auf staatlichen Grundstücken 10 Meter.

Drei Pilotlandkreise

Bayernweit wurde die Vorgehensweise für die Kartierung der Gewässer in drei Pilotlandkreisen herausgearbeitet. Der Landkreis Erding ist neben den Landkreisen Neustadt/ Aisch- Bad Windsheim und Schweinfurt einer davon. Alle Gewässer werden vor Ort individuell begutachtet und anhand einheitlicher Kriterien eingestuft. So konnte für die Wasserwirtschaftsverwaltung eine effiziente und sichere Methodik entwickelt werden.

Wann ist ein Gewässerrandstreifen Pflicht?

Wichtig ist, dass die Pflicht zur Anlage von Gewässerrandstreifen nach Volksbegehren bereits heute besteht. Alle betroffenen Landwirtinnen und Landwirte müssen an eindeutig erkennbaren natürlichen Gewässern einen Gewässerrandstreifen einhalten. Dort ist dann die Nutzung für den Acker und Gartenbau verboten.

Hingegen sind keine Gewässerrandstreifen erforderlich an

  • künstlichen Gewässern,
  • Verrohrungen,
  • Straßenseitengräben, die Bestandteile der Straße sind,
  • "grünen Gräben" mit eindeutigem Grasbewuchs.

Die Begehungen vor Ort haben gezeigt, dass die Randstreifen zum aller größten Teil bereits von den Flächenbewirtschaftern angelegt wurden.

Ergebnisse online

Die Ergebnisse wurden jetzt in übersichtlichen Karten aufbereitet. Sie werden seit Dienstag, 06.04.2021, gemeindeweise auf der Internetseite des Wasserwirtschaftsamts München veröffentlicht:

www.wwa-m.bayern.de Externer Link

Betroffene Grundstückseigentümer haben dann sechs Wochen Zeit, um Rückmeldung an das Wasserwirtschaftsamt zu geben. Strittige Gewässerabschnitte werden im Anschluss gemeinsam erörtert. Danach wird die finale Kulisse an das Landesamt für Umwelt übergeben. Dieses veröffentlicht sie im UmweltAtlas Bayern.

www.umweltatlas.bayern.de Externer Link

Außerdem ist zeitgleich mit der Veröffentlichung der Karten eine Informationsveranstaltung geplant. Dort wird den Kommunen sowie betroffener Behörden und Verbände die Vorgehensweise im Landkreis Erding vorgestellt. Aufgrund der Pandemielage wird die Informationsveranstaltung digital stattfinden.

Bitte beachten:
Betroffene Grundstückseigentümer haben sechs Wochen Zeit (bis 18. Mai 2021), um eine schriftliche Rückmeldung an das Wasserwirtschaftsamt zu geben.