Naturwaldreservat Echinger Lohe
von Bayerische Staatsforsten und Bayerische Forstverwaltung

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Die 23,7 Hektar große Fläche wurde im Jahr 1978 als eines der ersten Naturwaldreservate in Bayern ausgewiesen.

Das Naturwaldreservat Echinger Lohe liegt als isoliertes Waldstück des ehemaligen Münchner Lohwaldgürtels südlich des Industrie- und Gewerbegebiets Eching-Ost im Landkreis Freising. Das Reservat befindet sich im Staatswald, ist Teil des Flora-Fauna-Habitat-Gebiets "Heideflächen und Lohwälder nördlich von München" und wird durch den Forstbetrieb Freising der Bayerischen Staatsforsten AöR betreut.

Naturwaldreservat - was ist das?

Ein Biotopbaum bietet vielen Tieren ein Versteck.

Ein Biotopbaum bietet vielen Tieren ein Versteck

Naturwaldreservate sind Wälder, die sich in einem weitgehend naturnahen Zustand befinden. Die natürliche Waldentwicklung läuft hier ungestört ab. Im Lauf der Zeit entstehen „Ur-“Wälder mit starken Bäumen und viel Totholz.
In Bayern gibt es 159 Naturwaldreservate mit mehr als 7.000 Hektar Fläche.
Für die Bayerische Forstverwaltung sind sie eine Art Freiluftlabor. Hier sammelt die Wissenschaft Daten über den natürlichen Wald und seine Entwicklung sowie über die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Die Daten liefern wertvolle Erkenntnisse für Forstleute und Waldbesitzer, wie sie ihre Wälder naturnah bewirtschaften können.
Gerade in Zeiten des Klimawandels sind diese Hinweise wichtig, damit auch in Zukunft gesunde und stabile Wälder in Bayern wachsen werden.

Naturwaldreservate - Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Externer Link

Standort

Karte mit allen Naturwaldreservaten in Bayern (grün markiert)Zoombild vorhanden

Naturwaldreservate in Bayern

Am nördlichen Rande der Münchner Schotterebene wurden die kiesigen Schotterböden nach der letzten Eiszeit von abgelagertem Material der Gletscherflüsse (sogenanntem Flussmergel) überlagert. Dieser besitzt einen höheren Feinerdeanteil. Durch den hohen Kies- und Schotteranteil im Unterboden haben sich in der Folge mäßig trockene, aber humus- und kalkreiche, lehmige bzw. sandige Kiesböden entwickelt.

Waldgesellschaften des Naturwaldreservats

Der Wald in der Echinger Lohe vollzieht einen enormen Wandel. Bis in die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg wurde er intensiv durch den Menschen genutzt. Der Name "Lohwald" verrät schon, dass vor allem die Rinde der Eiche gewonnen wurde. Mit dieser "Lohrinde" wurden Tierfelle zu Leder gegerbt.
Der Wald wurde auch mit Haustieren beweidet, und die Blätter am Waldboden wurden als Einstreu für die Ställe benötigt. Dünnere Bäume und Sträucher der Unterschicht dienten als Brennholz. Und aus den dicken Eichen des Oberstands wurde Bauholz gesägt. Vorherrschende Waldgesellschaft ist der Eichen-Hainbuchenwald.

Ökologische Besonderheiten

Der Falsche Zunderschwamm

Der Falsche Zunderschwamm

In der Krautschicht dominieren das Wald-Bingelkraut, der Hohe Lerchensporn und der Giersch. Dazwischen finden sich viele seltenere Arten wie die Einbeere und der Gefleckte Aronstab.
In einigen Teilen gibt es eine dichte, artenreiche Strauchschicht mit Weißdorn, Haselnuss, Roter Heckenkirsche, Pfaffenhütchen und Seidelbast.
Die vielen Pflanzenarten locken auch zahlreiche Schmetterlingsarten an. Unter ihnen dominieren die Nachtfalter wie der Liguster-Schwärmer und die Rosen-Eule. Zahlreiche Holzpilzarten wie der Flache Lackporling nutzen das reiche Totholzangebot.

Waldentwicklung

Totholz - ein wichtiges Element natürlicher Wälder

Totholz - ein wichtiges Element natürlicher Wälder

In dem Reservat befindet sich eine 100 m × 100 m große Forschungsfläche. Dort sind alle Bäume dauerhaft markiert und nummeriert. Die Entwicklung der einzelnen Bäume sowie des für viele Tier- und Pilzarten wichtigen Totholzes wird in regelmäßigen Abständen von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft untersucht.
Im Zeitraum von 1978 bis 2012 hat sich dort die Stammzahl von 562 Stück auf 607 erhöht. Der Holzvorrat ist in diesem Zeitraum von 293 auf 389 Festmeter (fm) angewachsen. Auf der Fläche kommen elf Baumarten vor, von denen die Esche, die Stieleiche und die Hainbuche die größten Anteile haben. Mit 74 fm hat sich schon eine ansehnliche Menge an Totholz in stehender (27 fm) und vor allem in liegender Form (47 fm) angesammelt.

Kontakt und Anfahrt

Forstbetrieb Freising
Domberg 1
85354 Freising
Tel.: 08161/480-0

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Erding
Dr.-Ulrich-Weg 4
85435 Erding
Tel.: 08122/480-0

Der Weg zum Naturwaldreservat

AnfahrtskizzeZoombild vorhanden

Anfahrtskizze

Von Eching in Richtung Neufahrn auf der Staatsstraße 2053 kommend zweigt unmittelbar nach der Autobahnabfahrt Eching an der A 9 ein Feldweg nach rechts zu einem Wanderparkplatz ab. Von dort erreicht man nach wenigen hundert Metern das Reservat.

Anfahrt im BayernAtlas Externer Link