Informationen zum Borkenkäfer und zur Bekämpfung

Bohrmehl auf der Rinde eines Baumstamms

Die Fichtenborkenkäfer haben sich im Jahr 2019 stark vermehrt. Seit Anfang April 2020 sind Buchdrucker und Kupferstecher wieder aktiv. Sie haben in der Rinde vieler Fichten überwintert und sind bereits zum ersten großen Schwärmflug gestartet. Alle Waldbesitzer sind nun aufgerufen, befallene Fichten (mit der Rinde) schnellstmöglich aus dem Wald zu entfernen.

August 2020
Aktuelles Geschehen

Die momentan vorherrschenden sommerlichen Temperaturen begünstigen das Ausschwärmen fertig entwickelter Käfer. Neben den Jungkäfern der ersten Generation und deren Geschwisterbruten von Anfang Mai schwärmen auch die Elternkäfer erneut aus, um weitere Geschwisterbruten anzulegen. Diese Überlagerung der Schwärmflüge führt zu starkem Befallsdruck.

In dieser Situation ist eine Befallskontrolle verstärkt und in kurzen Intervallen erforderlich. Im Vordergrund muss dabei die Bohrmehlsuche im Umkreis bereits bekannter sowie jetzt erst entdeckter Befallsherde vom Frühjahr stehen. Frühjahrsbefall findet man insbesondere an süd- bis südwestseitigen Waldrändern, im Bereich von Sturmschäden aus dem Winter und von Käfernestern aus dem vergangenen Jahr. Man erkennt diesen an sich rotbraun verfärbenden Kronen, Rindenabfall am Kronenansatz, Spechtschlägen und Nadelabfall („grüner Teppich“). In der Nähe dieser Befallsherde ist mit frischem Befall zu rechnen.

Haben Sie die genannten Befallsmerkmale gefunden, kontrollieren Sie die benachbarten Fichten in einem Umkreis von etwa 150 m intensiv nach frischem Befall. Achten Sie dabei vor allem auf braunes Bohrmehl, das an trockenen Tagen hinter den Rindenschuppen, am Stammfuß und auf der Bodenvegetation gut erkennbar ist. Harztropfen und mit Harz verklebtes Bohrmehl am Einbohrloch sind ebenfalls Kennzeichen frischen Befalls.

Tipps zur Bekämpfung

Die befallenen Fichten müssen möglichst rasch eingeschlagen, aufgearbeitet und am besten zügig abgefahren oder in Rinde mindestens 500 m weit weg vom nächsten Fichtenbestand zwischengelagert werden. Wegen der starken Überlagerung von verschiedenen Entwicklungsstadien der Käfer ist eine Entrindung derzeit nicht immer wirksam.

Resthölzer und Baumkronen sind auch in kleingeschnittenem Zustand fängisches Brutmaterial für den gefährlichen Kupferstecher. Sie müssen daher gehäckselt oder abgefahren werden. Ein Verbrennen kommt nur in Frage, wenn keine Waldbrandgefahr besteht.
Wie Sie Käferbefall erkennen und was Sie bei der Aufarbeitung beachten sollten, sehen Sie in den beiden Video-Tutorials und der Bildergalerie. Die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung wird finanziell vom Staat gefördert. Für eine kostenlose Beratung stehen Ihnen Ihr Revierförster oder unsere Fachkräfte für Borkenkäfer gerne zur Verfügung.

Zuständige Ansprechpartner

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Borkenkäfersuche - Tutorial

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Borkenkäferbekämpfung - Tutorial

Borkenkäfergalerie - Fotos zur Erkennung von Borkenkäferschäden

Förderung

Bedingungen zur Förderung der insektizidfreien Käferholzaufarbeitung

Neue Förderrichtlinie seit 17.02.2020 mit folgenden neuen Fördersätzen:

  • Vorbereitung der Schadholzaufarbeitung
    • i.V.m. Direktabfuhr ins Sägewerk 5 €/fm
    • i.V.m. Verbringen auf Zwischenlager 12 €/fm
    • i.V.m. Entrinden maschinell 10 €/fm
    • i.V.m. Entrinden manuell 20 €/fm
    • i.V.m. Waldrestholz mulchen/hacken 10 €/fm
    • i.V.m. Waldrestholz Eigennutzung 10 €/fm
  • Mindestförderbetrag: 500 €
  • Keine Insektizide erlaubt
  • Waldschutzwirksame Aufarbeitung des vollständigen Baumes (d.h. Aufarbeitung von Stammholz; Aufarbeitung Krone im notwendigen Umfang):
    • Lagerung mindestens 500 Meter zum nächsten Fichtenwald
    • Entrindung
    • Hacken
  • Im Schutzwald wird die Borkenkäferbekämpfung mit erhöhten Fördersätzen gefördert.
Kontaktieren Sie den zuständigen Revierleiter möglichst bevor Sie mit der Aufarbeitung beginnen!

Weitere Informationen