Die Forstwirtschaft im Landkreis Freising

Unter vielen Baumarten im Wald

Mitten im Wald © Tanja Stenzel

Die Waldfläche im Landkreis Freising beträgt ca. 14.600 ha. Der Anteil des Waldes an der gesamten Landkreisfläche liegt mit rund 18% deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt (36%).

Der vom Tertiär-Hügelland geprägte Nordwesten des Landkreises ist stärker bewaldet als der Südosten, wo sich das Waldvorkommen im Wesentlichen auf den Auwald entlang der Isar beschränkt. Der waldärmste Bereich findet sich südwestlich von Freising auf den Moorböden am Rand der nördlichen Münchner Schotterebene (u.a. Freisinger Moos).
Zwei Drittel (ca. 9.700 ha) der Waldfläche im Landkreis sind in privatem Besitz; vor allem im Tertiär-Hügelland nördlich des Ampertals gehört der Wald fast ausschließlich Privatpersonen, meist aus der Landwirtschaft. Die Waldflächen sind auf rund 3.100 private Waldbesitzerverhältnisse verteilt, davon besitzen ca. 40% weniger als einen Hektar Wald, was die Bewirtschaftung dieser Flächen deutlich erschwert. Staatswald stockt überwiegend in der Isar-Au und nordwestlich von Freising (Freisinger und Kranzberger Forst), sein Anteil beträgt ein knappes Drittel (ca. 4.400 ha). Der kommunale Waldbesitz mit rund 500 ha liegt im Landkreis verteilt und macht nur ca. 3% der Waldfläche aus.

Tertiär-Hügelland und Auwald

Die Wälder des Tertiär-Hügellands werden von der Fichte dominiert, denen auf trockeneren Standorten häufig die Kiefer beigemischt ist. Meist als Einzel- oder Gruppenbeimischung sind Tanne, Lärche, Eiche, Buche, Edellaubhölzer und Schwarzerle mit unterschiedlichen Anteilen vorhanden.
Im Auwald herrscht dagegen das Laubholz vor. In den noch regelmäßig überschwemmten Bereichen sind dies: Pappeln, Weiden und Grauerlen; auf den trockeneren Böden Eschen, Ahorne, Eichen und Ulmen. Als besonders wertvoller Lebensraum mit Vorkommen seltener Arten ist der Isar-Auwald im Landkreis Freising wesentlicher Bestandteil des Natura 2000-Gebiets (Flora-Fauna-Habitat-Gebiets „FFH“) „Isarauen von Unterföhring bis Landshut“.

Der jährliche Holzeinschlag im Landkreis Freising

Im Durchschnitt der letzten Jahre werden etwa 90.000 m³ Holz eingeschlagen, davon rund 50.000 m³ aus den Privatwäldern. In Abhängigkeit von Schadeinwirkungen (Stürme, Borkenkäferbefall, etc.) und den Holzpreisen ist die jährlich genutzte Holzmenge starken Schwankungen unterworfen.
Enorme Schadholzmengen durch Stürme, Trockenheit und Borkenkäferbefall haben insbesondere in den letzten Jahren gezeigt, dass die Fichte den Folgen des sich abzeichnenden Klimawandels nicht gewachsen ist. Fichtenbestände ohne oder mit nur geringer Beimischung müssen daher in Zukunft verstärkt zu Mischbeständen mit stabileren Baumarten, vor allem Laubholz und Tanne „umgebaut“ werden.